Unternehmen beliefern Ihre Kunden (eine entsprechende Bonität vorausgesetzt) in der Regel auf offene Rechnung mit einem Zahlungsziel von zB. 30 Tagen. Nicht alle Kunden zahlen pünktlich und nicht jeder wird mit dem gleichen Zahlungsziel beliefert. Nun kann man aus dem Umsatz und den Forderungen ermitteln wie viele Tage die Kunden im Mittel benötigen um die Rechnungen zu begleichen.
Wenn nun dieses durchschnittliche Zahlungsziel deutlich steigt, könnte man vermuten, dass entweder im Kundenbestand ein paar faule Eier reifen, oder das Unternehmen sich gezwungen sieht verlängerte Zahlungsziele den Kunden zu offerieren um Kaufanreize zu schaffen. Beide Szenarien klingen nicht nach stabilem Business und könnten einen negativen Einfluss in der Zukunft haben.
Um dies Hypothese zu überprüfen haben wir für den US Aktienmarkt vom 01.01.1995 bis zum 31.10.2024 Deziltests (unterschiedliche Rotationsfrequenz & Startzeitpunkte) über die Prozentuale 12 Monats Veränderung des durchschnittlichen Zahlungszieles der letzten 4 Quartale durchgeführt (durchschnittliches Zahlungsziel der Quartale 1-4 / durchschnittliches Zahlungsziel der Quartale 5-8).

Und tatsächlich sind die 10% Unternehmen mit der größten prozentualen Verlängerung der Kundenzahlungsziele (Dezil 10) deutliche Underperformer. Dies gilt für alle untersuchten Portfolio Haltedauern (1, 2, 3, 6, 12 Monate) und ebenfalls risikoadjustiert.
Es erscheint also nicht sinnvoll in Unternehmen zu investieren, die freiwillig oder unfreiwillig die Zahlungsziele Ihrer Kunden massiv ausweiten, eine sogenannte Redflag.
Fazit: Filtert man alle Unternehmen heraus , deren Kundenzahlungsziele in den letzten 12 Monaten extrem stark angestiegen sind und bildet Quartalsweise ein Portfolio daraus (Quality of receivables = blaue Kurve) erhält man im Vergleich zum Universum (Orange Kurve) durchaus ansprechende Outperformance (Spread = grau) die relativ stetig entsteht.
